Was macht eigentlich eine Tierheilpraktikerin?
Immer mehr Menschen suchen nach sanften und natürlichen Wegen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden ihres Tieres neben der Behandlung durch ihre Tierärztin zu unterstützen. Dabei können Tierheilpraktikerinnen mit unterschiedlichen Ansätzen helfen. Was also macht eine Tierheilpraktikerin genau und wo liegen ihre Grenzen?
Ganzheitlicher Blick aufs Tier
Während in der Veterinärmedizin oftmals die Symptome des Tieres isoliert betrachtet und behandelt werden, betrachten Tierheilpraktikerinnen das Tier beziehungsweise seine Symptome auf einer ganzheitlichen Ebene. Das bedeutet, dass neben den Symptomen des Tieres auch dessen Ernährung, sowie seine Haltung und die Umgebung, in dem es lebt, berücksichtigt wird. Auch das Verhalten, Rassedispositionen oder bisherige Erkrankungen beziehungsweise die Neigung zu bestimmten Erkrankungen, der Umgang mit Partnertieren und weiteres werden in Betracht gezogen. Voraussetzung dafür ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Tierhalterin oder dem Tierhalter und der Tierärztin, um mögliche Zusammenhänge bestmöglich zu erkennen und den Organismus mit naturheilkundlichen Methoden zu unterstützen.
Die Wahl der Behandlungsmethode richtet sich dabei nach der betroffenen Tierart, der individuellen Anamnese des Tieres, der Expertise der Therapeutin und den Wünschen der Tierhalterin.
Mögliche naturheilkundliche Methoden
Je nach Anwendungsfall und Expertise der Tierheilpraktikerin können unterschiedliche Behandlungsmethoden angewandt werden, zum Beispiel:
- Phytotherapie (Pflanzenheilkunde
- Mykotherapie (Vitalpilze)
- Homöopathie (genuin, klassisch, miasmatisch,…)
- Traditionelle Chinesische Medizin (TCM; z. B. Kräuter und Akupunktur)
- Aromatherapie
- Bachblüten
- Schüssler-Salze
- Bioresonanz
- manuelle oder energetische Anwendungen (z. B. Massagen)
- Ernährungsberatung
- Haltungs- und Verhaltensberatung, ggf. Training
Wie unterscheidet sich eine Tierheilpraktikerin zu einer Tierärztin?
Eines vorab – Tierheilpraktiker:innen sind KEINE Veterinärmediziner:innen! Das bedeutet, dass
- keine tierärztlichen Diagnosen ersetzt werden,
- keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnet werden können,
- keine chirurgischen Eingriffe oder bestimmte diagnostische Verfahren vorgenommen werden (z. B. Röntgen)
Eine naturheilkundliche Begleitung geht im Idealfall immer Hand in Hand mit der tierärztlichen Behandlung.
Insbesondere bei unklaren Symptomen, akuten Notfällen oder behandlungsbedürftigen Verletzungen sollten sich Tierhalter:innen zuerst an ihre Tierärztin wenden.
Die Zusammenarbeit zwischen Tierhalter:in, Tierheilpraktiker:in und Veterinärmediziner:in
Eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit zwischen Tierhalter:in, Tierärztin und Tierheilpraktiker:in ist essentiell, um bestmögliche Ergebnisse für Ihr Tier zu erreichen. Als Tierheilpraktiker:in gehört dazu, dass der vorliegende Fall realistisch eingeschätzt wird, keine Heilsversprechen gegeben werden und bei Bedarf rechtzeitig an eine Tierärztin verwiesen wird.
Damit ist gewährleistet, dass Ihr Tier durch die naturheilkundliche Begleitung bestmöglich profitiert.
Tierheipraktier:innen können durch ihre ganzheitliche Perspektive auf die Gesundheit von Tieren eingehen und Sie als Halter:in zu Haltung, Ernährung und ganzheitlicher Unterstützung beraten.
Sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Versorgung. Bei akuten und/oder unklaren Symptomen sowie Notfällen sollte immer eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
Elisa Welzel ist Tierheilpraktikerin für Katzen, Pferde und Hunde und angehende Katzentrainerin. Sie unterstützt Tierhalter:innen bei gesundheitlichen Themen und einem entspannten und vertrauensvollen Zusammenleben mit ihren Tieren.