Warum hat mein Tier im Winter häufiger trockene Haut?
Kalte Luft und Heizungswärme im Winter trocknen aus
Kalte Luft draußen und warme Heizungsluft drinnen führen oftmals zu trockener Haut bei unseren Tieren. Die Witterungsverhältnisse sowie die häufigen Wechsel zwischen kalter und warmer Luft führen dazu, dass die Hautbarriere Feuchtigkeit schlechter speichern kann. Die Haut verliert dadurch schneller Wasser und trocknet aus. Betroffene Tiere kratzen sich häufiger oder zeigen kahle Stellen. Bei vielen Tieren fällt trockene Haut vor allem durch kleine, weiße Hautschüppchen auf. Bei Katzen findet man diese beispielsweise im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Schwanzansatzes. Bei Hunden sollten insbesondere die Pfoten im Blick behalten werden, denn vor allem die empfindlichen Ballen neigen aufgrund von Austrocknung zu Rissen.
Wie können Sie Ihr Tier nun bei seiner Hautgesundheit unterstützen?:
- Sorgen Sie für ausreichende Wasseraufnahme Ihres Tieres
- Schaffen Sie ein angenehmes Raumklima, zum Beispiel mit einem Luftbefeuchter. Auch eine Schale mit Wasser, die auf die Heizung gestellt wird oder feuchte Tücher, die im Raum aufgehangen werden, können das Raumklima verbessern. Auch regelmäßiges Lüften unterstützt ein gutes Raumklima.
- Bei Bedarf können gezielt ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel (zum Beispiel mit Omega-3-Fettsäuren) die Hautfunktion unterstützen. Lassen Sie sich hierzu fachlich beraten.
- Achten Sie beim Baden Ihres Hundes auf geeignete Badezusätze, die speziell auf die Bedürfnisse von trockener Hundehaut abgestimmt sind. Vor allem rückfettende, milde Shampoos mit angepassten ph-Werten eignen sich. Außerdem sollten Sie sich fragen, ob das geplante Bad wirklich notwendig ist, da auch das die Haut strapaziert.
- Pflegen Sie nach dem Spaziergang und dem anschließenden Pfotenbad unbedingt die empfindlichen Ballen Ihres Hundes
- Bürsten Sie Ihr Tier regelmäßig. Durch das Bürsten wird die Blutzirkulation in der Haut angeregt und wichtige Nährstoffe gelangen besser in die Zellen.
Haarlinge beim Pferd - kleine Plagegeister im Winter
Dichtes Winterfell, feucht-kaltes Wetter und häufigere Stallhaltung können insbesondere im Winter zu einem Befall mit Haarlingen (auch bekannt als Kieferlaus) führen. Diese 1-2 mm großen Ektoparasiten ernähren sich nicht vom Blut des Pferdes, sondern von Hautschüppchen, Haaren und Gewebsflüssigkeit. Vor allem Schweif- und Mähnenregion sind beliebt. Insbesondere immungeschwächte Tiere können leicht befallen werden. Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht.
Sie erkennen einen Befall vor allem daran, dass sich das Pferd vermehrt kratzt und scheuert. Auch kahle Stellen oder Fell, das wie geschoren aussieht, vor allem am Mähnenkamm, sind ein Hinweis. In schlimmen Fällen kann auch großflächiger Haarausfall auftreten. Eventuell können Sie die Haarlinge sogar mit bloßem Auge erkennen. Durch den starken Juckreiz kann es auch zu Verhaltensänderungen beim Pferd kommen. Das Pferd zeigt dann vermehrt Unkonzentriertheit, Unruhe und Nervosität.
Wichtig zu wissen ist, dass sich Haarlinge sehr schnell von Pferd zu Pferd durch Hautkontakt verbreiten. Daher ist es wichtig, dass immer alle Tiere, die regelmäßig Körperkontakt haben, behandelt werden. Auch eine gute Stallhygiene, kein geteiltes Putzzeug und möglichst tägliche Fellpflege können den Befall minimieren.
Haarlinge können sowohl veterinärmedizinisch als auch naturheilkundlich gut behandelt werden. Zur naturheilkundlichen Begleitung können äußerliche Anwendungen mit Kokosöl, Apfelessig oder ätherischen Ölen (nur nach fachkundiger Beratung und in geeigneter Verdünnung angewenden, da sie die Haut reizen können) unterstützend und auch vorbeugend wirken. Innerlich eignen sich verschiedene Mittel zur Stärkung der Hautbarriere als auch des Immunsystems. Melden Sie sich für einen Behandlungsplan gern bei mir.
Fellwechsel - Vorbereitung auf die warme Jahreszeit
Im Februar und März werden die Tage wieder länger und durch die erhöhte Tageslichtintensität beginnt bei vielen Tieren die Zeit des Fellwechsels. Sie haaren vermehrt und manche Tiere benötigen Unterstützung, um ihr Haarkleid zu wechseln.
Sie können Ihr Tier durch regelmäßiges Bürsten unterstützen, um die losen Haare zu entfernen. Auch kann es nötig sein, die Wohnung öfter zu saugen, um lose Haare aus der Umgebung zu entfernen und die Bildung von Haarballen – insbesondere bei Katzen – zu reduzieren. Außerdem wird durch das Bürsten die Blutzirkulation angeregt, was den Fellwechsel unterstützt.
Darüber hinaus können bestimmte Futterzusätze wie hochwertige Öle, Kräutermischungen oder Mineralstoffe den Fellwechsel unterstützen. Informieren Sie sich bitte gut, bevor Sie etwas verabreichen, da insbesondere Katzen nur wenige pflanzliche Mittel verstoffwechseln und vertragen können.
Aufmerksamkeit für die individuellen Bedürfnisse Ihres Tieres
Nicht alle Tiere zeigen Hautprobleme im Winter oder Probleme mit dem Fellwechsel. Ist Ihr Tier aber betroffen, zögern Sie bitte nicht, sich Unterstützung bei Ihrer Tierärztin oder Tierheilpraktikerin zu suchen. Hautprobleme können das Wohlbefinden Ihres Tieres stark beeinträchtigen. Neben veterinärmedizinischen Behandlungen können auch naturheilkundliche Mittel sehr gut begleitend eingesetzt werden.
Sie wünschen sich eine individuelle Beratung? Melden Sie sich gern bei mir. Ab Februar 2026 sind auch telefonische Beratungen zu bereits sicher diagnostizierten Fällen möglich. Hinweis: Eine telefonische Beratung ersetzt keine tierärztliche Diagnosestellung. Ich berate telefonisch ausschließlich bei bereits tierärztlich diagnostizierten Erkrankungen.
Elisa Welzel ist Tierheilpraktikerin für Katzen, Pferde und Hunde und angehende Katzentrainerin. Sie unterstützt Tierhalter:innen bei gesundheitlichen Themen und einem entspannten und vertrauensvollen Zusammenleben mit ihren Tieren.