Warum verschlechtert sich die Arthrose meines Tieres im Winter?

Vielleicht ist es Ihnen bereits aufgefallen: Ihr Hund steht morgens schwerfälliger und steifer auf oder Ihre Katze meidet ihren höhergelegenen Lieblingsplatz, weil das Springen Probleme zu bereiten scheint – besonders bei kaltem oder nass-kaltem Wetter. Diese Auffälligkeiten sind kein Zufall, vor allem, wenn Ihr Tier schon länger an einer Arthrose leidet. Doch woran liegt das? 

Eine Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke, die nicht reversibel ist. Dabei verschleißen die Gelenke in erhöhtem Maße. Je nach Erkrankungsform beginnt dies mit Knorpelschädigungen und führt im weiteren Verlauf zu Veränderungen am Knochen oder auch an den Wirbelkörpern (Spondylose). Die Auslöser für eine Arthrose sind dabei vielfältig. So können genetische Faktoren, zum Beispiel rassebedingt, oder auch die Fütterung während der Wachstumsphase oder Übergewicht eine Rolle spielen. Außerdem neigen verschiedene Hunderassen zu Arthrosen, vor allem große und schwere Rassen sowie Rassen, die häufig an Gelenksdysplasien leiden. Hinzu kommen altersbedingte Abnutzungserscheinungen, insbesondere an der Hüfte, den Knien oder den Sprunggelenken. Die aus den genannten Faktoren resultierenden Veränderungen führen zu Schmerzen und Schonhaltungen, oftmals auch Bewegungsunlust. 

Zu den Frühanzeichen der Arthrose gehören Schonhaltungen der betroffenen Gelenke, Probleme beim Treppensteigen oder Hochspringen (zum Beispiel ins Auto oder auf die Couch oder den Kratzbaum). Bei Berührungen kann es zu Abwehrverhalten kommen. Durch die periodisch auftretenden Schmerzen kommt es häufig zu Veränderungen im Sozialverhalten.  

Tiere mit Arthrose zeigen auch ein typisches „Einlaufen“. Das bedeutet, dass nach dem Aufstehen – besonders morgens oder nach längerer Ruhe – die Bewegungen zunächst steif und schwerfällig wirken. Nach einigen Minuten wird der Gang wieder flüssiger. Gerade im Winter verschlechtern sich die Symptome einer Arthrose. Der Grund für die Verschlechterung der Arthrose bei Kälte und nass-kaltem Wetter liegt vor allem an einer verminderten Durchblutung der gelenkumgebenden Strukturen und einer zähflüssigeren Gelenksflüssigkeit. Auch die Muskulatur verspannt bei Kälte leichter. Dadurch entstehen vermehrt Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit.

Auch wenn sich das Tier im Winter aufgrund der stärkeren Symptome und der potenziell erhöhten Schmerzen weniger bewegen mag, ist Bewegung immens wichtig. Die Bewegung sollte natürlich angepasst werden und die Leistungsfähigkeit des Tieres nicht übersteigen. Mehrere mittellange Spaziergänge oder leichte Spieleinheiten sind einem sehr langen Spaziergang vorzuziehen.

Wie können Sie Ihr Tier unterstützen?

Wie bereits oben beschrieben, lässt sich eine Arthrose nicht im herkömmlichen Sinne heilen. Ihr Fortschreiten kann jedoch in Zusammenarbeit mit der Tierärztin, Physiotherapie und naturheilkundlichen Verfahren verlangsamt werden. Außerdem steht je nach Ausprägung der Schmerzen die Behandlung dieser im Vordergrund. Ziel der Behandlung ist es, das Tier so schmerzfrei wie möglich zu halten und die Gelenke möglichst aktiv und beweglich zu erhalten. Da der Gelenkknorpel nicht direkt durchblutet, sondern über die Gelenksflüssigkeit durch Be- und Entlastung bei Bewegung ernährt wird, ist Bewegung besonders wichtig. Sprechen Sie daher im Rahmen Ihres Behandlungsplans gern auch mit einer Physiotherapeutin.

Ein Baustein ist dabei auch das Temperaturmanagement des Tieres. Wie hier und oben bereits erläutert, sollte das Tier nicht frieren. Bei Hunden und Katzen können beheizte Decken oder Mäntelchen für den Gassispaziergang helfen. Pferden helfen Decken und die Möglichkeit, sich warm und trocken unterzustellen.

Kurz zusammengefasst – das können Sie tun:

  • warme, zugluftgeschützte Liege- und Ruheplätze
  •  rutschfeste Matten im Haus
  • Aufstiegshilfen für Couch oder Kratzbaum oder andere Lieblingsplätze
  • sanftes Aufwärmen vor längeren Spaziergängen
  • ausreichend Bewegung (auch bei Pferden in Offenstallhaltung)
  • sanfte Massagen und Wärmeanwendungen

Begleitend zur tierärztlichen Behandlung können naturheilkundliche Verfahren sinnvoll eingesetzt werden. Individuell ausgewählte homöopathische Mittel oder bestimmte Vitalpilze können regulierend auf entzündliche Prozesse wirken und das Tier unterstützen. Auch eine Anpassung der Ernährung und gegebenenfalls Anreicherung der Nahrung mit verschiedenen Ergänzungsmitteln kann dem Tier helfen. Auch ein gutes Gewichtsmanagement und der Abbau von eventuellem Übergewicht kann helfen, die Gelenke zu entlasten. Ein gut ausgearbeitetes und flexibles Konzept in Zusammenarbeit mit Ihrer Tierärztin und weiteren Tiertherapeutinnen kann Ihrem Tier seinen Zustand erträglicher machen.

Sie wünschen sich eine individuelle Beratung? Melden Sie sich gern bei mir. Ab Februar 2026 sind auch telefonische Beratungen zu bereits sicher diagnostizierten Fällen möglich. Hinweis: Eine telefonische Beratung ersetzt keine tierärztliche Diagnosestellung. Ich berate telefonisch ausschließlich bei bereits tierärztlich diagnostizierten Erkrankungen.

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